21. November 2019
Im Gespräch mit SIBE-Alumna Isabell Wendling - Projektgebendes Unternehmen während des Studiums: Daimler AG, Programm: M.Sc. in International Management

Nach dem Abschluss ihres Bachelorstudiums im Fach Design Management entschied sich Isabell Wendling für das Masterstudium an der SIBE. In Kooperation mit der Daimler AG schloss sie das Studium im Juni 2019 erfolgreich als Master of Science ab.

Erststudium: Mode und Designmanagement
Kurs: SMM168
Abschlussjahr: 2019


In welchem Unternehmen sind Sie jetzt, nach Abschluss Ihres Studiums, tätig? Was sind Ihre Aufgaben und was ist Ihr wichtigstes Projekt derzeit?

Ich bin nach dem SIBE-Studium bei der Daimler AG geblieben. Hier bin ich im gleichen Bereich wie während des Masterstudiums tätig, der TECFABRIK von Mercedes-Benz Cars, und unterstütze die Direktionsleitung. Im Vergleich zum Projekteinsatz während meines Studiums betreue ich dort nun allerdings neue Themengebiete. Ich beschäftige mich mit strategischen Themen, z.B. im Bereich Innovationen und neuen Businessmodellen. Ich agiere außerdem als Schnittstelle zwischen dem Management der ARENA2036 und dem Management der TECFABRIK. Darüber hinaus verantworte ich in meiner Funktion die Führungskräfteveranstaltungen der TECFABRIK.

 

Was haben Sie im Erststudium studiert? Warum haben Sie sich nach Ihrem Erststudium für ein Masterstudium an der SIBE entschieden?

Vor dem Masterstudium an der SIBE habe ich Design Management in Berlin studiert. Das Studium war trotz des Abschlusses „Bachelor of Arts“ ein BWL-Studium. Es hatte zwar eine hohe Design-Komponente, also eine Ausrichtung auf die „Creative Industries“, jedoch ebenso einen Schwerpunkt auf dem Bereich „Führung“.

Nach Abschluss des Studiums habe ich mir überlegt, in welche Richtung ich gehen möchte. Das Ergebnis war klar. Ich wollte mich noch einmal breiter und wissenschaftlicher aufstellen. Gereizt hat mich an der SIBE vor allem die Kombination aus Theorie und Praxis in einem ständigen Austausch. Es ist nicht das klassische duale Studium, bei dem man drei Monate im Betrieb und dann drei Monate in der Hochschule ist, sondern beides läuft parallel. So kann man tief in Projekte einsteigen und Themen viel effizienter bearbeiten.

 

Was haben Sie in den zwei Jahren bei Ihrem Unternehmen gemacht? Inwiefern hat Sie dies weitergebracht?

Meine Verantwortung lag damals im Bereich der Kommunikation. Hier habe ich eigenverantwortlich die interne Kommunikation für die TECFABRIK aufgebaut, einschließlich der Strategie und Implementierung.

Besonders fasziniert hat mich im Verlauf der zwei Jahre die persönliche Komponente des Studiums, also das Thema Kompetenzentwicklung. Ich habe gemerkt, dass mich das Studium vor neue Herausforderungen stellt, zum Beispiel im Selbstmanagement, mit der Doppelaufgabe von Arbeit und Studium.

Ich habe mich deshalb im Studium persönlich extrem weiterentwickeln können –  gerade in Bezug auf meine Stärken und Schwächen. Nicht nur meine Kompetenzen und mein Zeitmanagement haben sich verbessert, sondern insbesondere die intensive Reflexion und das Feedback in den Seminaren waren für meine Entwicklung sehr wertvoll.

 

Inwiefern profitieren Sie nach wie vor von dem Experience Based Curriculum? Und wem würden Sie ein solches Studium besonders empfehlen?

Dieser Transfergedanke hat sich bei mir total festgesetzt. Ich höre etwas, lerne etwas und habe das Bedürfnis, es direkt anzuwenden, wenn ich einen Fall dafür habe. Klar lernt man diese Vorgehensweise theoretisch im Bachelorstudium auch, aber ich glaube, dass sich durch die praktische Anwendung das Bewusstsein für den Transfer verstärkt. Über zwei Jahre hinweg hat man sich täglich auf diese bestimmte Art und Weise mit Herausforderungen auseinandergesetzt, da prägt sich diese lösungsorientierte Art zu denken total ein. Eine derartig vertiefte Auseinandersetzung mit lösungsorientierten Herangehensweisen, hätte ich meiner Meinung nach nicht oder nur ansatzweise in rein theoriebasierten Studiengängen erlernen können.

Ich glaube, dass das Studium besonders für Leute geeignet ist, die bereits in die Arbeitswelt einsteigen möchten und sich dabei intensiv persönlich weiterentwickeln wollen. Es ist kein Studium, bei dem man sagen kann, „ich habe das typische Studentenleben“. Es ist herausfordernd aber auch eine ideale Gelegenheit seine Kompetenzen zu schärfen und sich vielleicht sogar zur Führungskraft weiterzuentwickeln.

 

Wie wichtig war und ist Ihr berufliches Netzwerk für Sie? Besteht Ihr Kontakt zur Hochschule oder einzelnen Kommilitonen noch?

Für mich hat das Thema Netzwerk höchste Priorität – egal ob beruflich oder privat. Das war schon immer so. Man unterstützt sich gegenseitig und kann voneinander lernen. Ein starkes Netzwerk bietet außerdem die Plattform, um sich mit verschiedenen Charakteren zu jeder Art von Problemen auszutauschen und Themen mit vereinter Kraft voranzutreiben.

Mein Kontakt zu Kommilitonen besteht auch immer noch, zum Beispiel in der gemeinsamen Whatsapp-Gruppe aus dem Studium. Ich habe in diesen zwei Jahren viele interessante Leute kennengelernt und darüber hinaus wirklich wichtige Freunde fürs Leben gefunden.

 

Woran erinnern Sie sich besonders gerne, wenn Sie an Ihre Studienzeit an der SIBE zurückdenken?

Ganz klar an den Aufenthalt in Curitiba, in Brasilien. Das war wirklich ein einzigartiges Erlebnis. Wir waren 35 Leute und es war durchweg harmonisch, obwohl man drei Wochen zusammen war. Ich glaube, da sind wir alle als Gruppe richtig zusammengewachsen.

Was ich außerdem immer ganz toll fand, war Dozenten aus interessanten Unternehmen und Positionen im Seminar zu treffen, die Ratschläge für Leben, Karriere und Vereinbarkeit von Leben und Beruf mitgebracht haben. Die haben nicht nur die Theorie runtergerattert, sondern über das geredet, was wirklich zählt, zum Beispiel wie schaffe ich eine ausgewogene Life Balance oder wie gehe ich mit den Herausforderungen des Lebens um. Sie waren trotz ihrer Karriere und Position nicht unantastbar, sondern bodenständig und inspirierend.

 

Gibt es etwas, das Sie den heutigen SIBE-Studenten noch mit auf den Weg geben möchten?

Ganz grundsätzlich: Strukturiert Euch gut! Bei der Doppelaufgabe ist eine gute Organisation das A und O. Akzeptiert es auch, wenn es trotz dessen mal viel wird, denn es wird auf jeden Fall auch wieder weniger. Steckt also nicht gleich den Kopf in den Sand.

Zum Studium: Seid aufmerksam, vor allem, wenn es um das Coaching- und Kompetenz-Seminar geht. Das, was dort gemacht wird, sind genau die Sachen, die in künftigen Assessment-Centern auf Euch zukommen werden. Nehmt den Input und das Feedback bewusst mit und lasst Euch darauf ein, denn es sind wirklich wertvolle Tipps und Tools, die man dort für seinen Karriereweg mitbekommt.