„Man lernt mit Stress und Zeitdruck umzugehen, einen kühlen Kopf zu bewahren, und in heißen Phasen schnelle, aber gute Entscheidungen zu treffen.“

18. Juli 2017
Im Gespräch SIBE-Alumna Theresa Conrad - Projektgebendes Unternehmen während des Studiums: Carl Zeiss AG, Programm: M.Sc. in International Management

Erststudium: Internationale BWL
Kurs: SMM152
Abschlussjahr: 2017


In welchem Unternehmen sind Sie jetzt, nach Abschluss Ihres Studiums, tätig?  Was sind Ihre Aufgaben und was ist Ihr wichtigstes Projekt derzeit?

Ich bin, wie bereits während meines Studiums an der SIBE, bei der ZEISS Vision Care im Group Marketing tätig. Die ZEISS Vision Care ist der augenoptische Unternehmensbereich der Carl Zeiss AG, welcher durch die Carl Zeiss Vision International GmbH repräsentiert wird. Gemeinsam mit der Sparte „Consumer Products“ zählt er zur Konsumentensparte der Carl Zeiss AG. Die ZEISS Vision Care produziert Instrumente und Güter sowie Angebote für die gesamte Wertschöpfungskette der Augenoptik Hier arbeite ich aktuell im internationalen Brand Marketing neben Kooperationen, Lizenzgeschäften, Marken-Kampagnen und Brand Guidelines an einer globalen Content-Strategie. Letzteres wird zukünftig mein Hauptprojekt sein, bei dem ich neben der globalen strategischen Aufgleisung, Zielsetzung, kreativen Konzipierung und Bespielung der PESO–Kanäle (das heißt Paid, Earned, Shared & Owned Media) auch für die Sicherstellung der lokalen Umsetzung der Strategie durch die Länder zuständig bin.

Was haben Sie im Erststudium studiert? Warum haben Sie sich nach Ihrem Erststudium für ein Master-Studium an der SIBE entschieden?

In meinem Erststudium habe ich International Business Administration mit Fokus auf Marketing an der Hochschule Aalen studiert. Nach einem Auslandspraktikum in Shanghai im Bereich Marketing wollte ich mehr Praxiserfahrung im internationalen Marketing sammeln, und dabei natürlich auch gleichzeitig mein Studium finanzieren: Ich bewarb mich kurzerhand und arbeitete als Werkstudentin und Bachelorandin bei der ZEISS Vision Care. Die Arbeit machte mir sehr viel Spaß: vielseitige Projekte in internationalen Teams, Mitwirken an kreativen und herausfordernde B2B und B2C Kampagnen sowie viel Verantwortung und Gestaltungsfreiheit.  Und eines Tages bot mir meine Vorgesetzte an, ein für die ZEISS Vision Care neues Projekt zu übernehmen, das ich dann in den nächsten zwei Jahren in Kombination mit einem Masterstudium an der SIBE umsetzen könnte. Bis zu diesem Tag hatte ich nicht vorgehabt noch weiter zu studieren, besonders nicht in Form eines Vollzeitstudium ohne Praxisnähe, weil mir die Arbeit weit mehr Spaß machte als theoretisches Studieren und ich zudem endlich Geld verdienen wollte. Allerdings war mir auch bewusst, dass ich in Bezug auf strategisches Management für dieses Projekt noch einiges zu lernen hatte, weil dieses Thema noch nicht durch mein Bachelorstudium abgedeckt war. Die Kurse der SIBE waren diesbezüglich vielversprechend, das ganze Studium daher ein sehr guter Kompromiss zwischen Studium und Arbeiten. Deswegen habe ich mich für das Studium entschieden.

Inwiefern profitieren Sie nach wie vor von Ihrem Experience Based Curriculum? Und wem würden Sie ein Studium an der SIBE besonders empfehlen?

Am meisten profitiere ich vom strategischen Management, das während des Studiums vermittelt wurde. Natürlich gehörte dazu noch einiges an eigener Literaturrecherche, aber der vom Studium geforderte Projektrahmen und die regelmäßigen Projektkolloquien haben mich dabei unterstützt, mein Projekt erfolgreich umzusetzen. Der Vorteil dieses Studiums ist, das man nicht nur über theoretische Fälle im Sinne von „Was wäre, wenn…“ spricht, sondern man wendet die wissenschaftliche Theorie am eigenen Projekt an und versteht, was man damit bewirken oder auch nicht bewirken kann. Eine tolle Erfahrung. 
Die Kompetenzentwicklung in den Seminaren bei Herrn Laqua hat meine persönliche Entwicklung im täglichen Zusammenleben mit den internationalen Kollegen gestärkt. Auch Monate nach dem Studium denke ich oft noch an einige meiner persönlichen Kompetenzstärken und -schwächen, die ich weiterhin optimieren muss. Zusätzlich gibt einem das Wissen daraus die Möglichkeit, leichter die Perspektive wechseln zu können, um Konfliktsituationen fair und friedlich zu lösen. Wir haben in seinem Seminar eine Ad-Hoc-Präsentation von jedem gefilmt, und die Darbietung wurde anschließend in großer Runde besprochen. Das holte mich zwar aus meiner Komfortzone heraus, half
aber unheimlich dabei, an meinem persönlichen Auftreten zu arbeiten.
Zusätzlich haben Hausarbeiten und Seminare, die mich oft am Abend und am Wochenende beansprucht haben, gemeinsam mit einer 40-Stunden- Arbeitswoche, die oft mit vielen Reisen, Events und Zusatzprojekten verbunden war, positiv zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen. Man lernt mit Stress und Zeitdruck umzugehen, einen kühlen Kopf zu bewahren, und in heißen Phasen schnelle, aber gute Entscheidungen zu treffen. Man lernt sich und seine Stärken kennen, was einem genügend Selbstbewusstsein gibt, um sich in den stressigsten und schwierigsten Situationen auf das eigene Können zu verlassen. Empfehlen würde ich das Studium daher Menschen, die gerne arbeiten, sich aber noch weiterbilden möchten und dabei keine Scheu vor einer, nennen wir es „Doppelbelastung“, haben, die zwei Jahre andauert.

Woran erinnern Sie sich besonders gerne, wenn Sie an Ihre Studienzeit an der SIBE zurückdenken?

Besonders gerne erinnere ich mich an die gemeinsame Zeit mit meinen Kommilitonen in Stuttgart, Berlin und Brasilien: ein bunt gemischter Haufen aus allen Bereichen, der immer gute Laune verbreitete, und dadurch durch das ein oder andere schwierige Thema geholfen hat. Nicht nur während der Lehrveranstaltungen hat man interessante Einblicke und neue Sichtweisen aus anderen Bereichen erhalten, sondern auch bei Unternehmungen außerhalb des Studiums. Hier sind wahre Freundschaften entstanden, die hoffentlich noch weit über das Studium hinaus bestehen bleiben.

Wie wichtig war und ist Ihr berufliches Netzwerk für Sie?

Es war bis jetzt noch nicht wichtig, könnte aber bei zukünftigen beruflichen Veränderungen wichtiger werden. Dazu habe ich mir ehrlich gesagt noch nicht viele Gedanken gemacht.

Gibt es etwas, das Sie den heutigen SIBE-Studenten noch mit auf den Weg geben möchten?

Spaß haben, die Chance nutzen so viele Lerninhalte wie möglich mitzunehmen, und in schwierigen und stressigen Phasen durchhalten. Dann kommt man schneller als erwartet erfolgreich ans Ziel!