„SIBE Studium bereitet auch Sozial- und Geisteswissenschaftler perfekt auf einen Einstieg in der Industrie vor.“

26. Juni 2017
Im Gespräch mit SIBE-Student Benjamin Bahmann - Projektgebendes Unternehmen während des Studiums: engineering people GmbH, Programm: M.Sc. in International Management

Erststudium: Soziale Arbeit
Kurs: SMM155
Abschlussjahr: 2017


Können Sie zu Beginn kurz erzählen, in welchem Unternehmen Sie derzeit arbeiten? Wann haben Sie dort angefangen und was sind Ihre Aufgaben?

Ich arbeite bei der engineering people GmbH (ep) in Ulm, einem mittelständischen Ingenieurdienstleister mit ca. 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 13 Standorten in Deutschland. Ich bin im Dezember 2014 als Recruiter mit den klassischen Aufgaben in diesem Bereich gestartet, dazu gehören beispielsweise Active Sourcing auf den gängigen Plattformen, Messeauftritte, Personalmarketing und die Personalauswahl.
ep arbeitet z. B. in den Bereichen der Arbeitnehmerüberlassung und Personalvermittlung. Unsere Zielgruppe sind Ingenieure und Techniker aus den unterschiedlichsten Branchen wie dem Maschinenbau, der Elektrotechnik und der Informatik. Zusätzlich gibt es auch die ep Competence Center, in denen Konstrukteure (Mechanik und Elektrotechnik) arbeiten und die Aufträge unserer Kunden bei uns vor Ort abwickeln. Ein weiterer Teil des Unternehmens ist die ep Technische Dokumentation, eine Tochtergesellschaft, die sich mit den Themen der Technischen Dokumentation auseinandersetzt und hier z. B. in den Bereichen Risikoanalyse, CE-Kennzeichnung oder Übersetzungsmanagement tätig ist.
Als Projekt für das SIBE Studium habe ich bei ep ein Mentoring Programm im Rahmen einer Personalmarketingmaßnahme eingeführt. Hier ging es darum, möglichst vielen Studentinnen und Studenten die Möglichkeit zu geben, sich über ein Jahr hinweg von einer erfahrenen ep Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter begleiten zu lassen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen dabei für Fragen jeglicher Art zur Verfügung und halfen auch einen Blick ins tatsächliche Arbeitsleben zu geben.

Im Erststudium haben Sie Sozialwissenschaften studiert. Wie kam es, dass Sie sich mit diesem Hintergrund für ein berufsintegriertes Management-Studium an der SIBE entschieden haben?

Ich habe mich bereits während meines Bachelorstudiums des Sozialmanagements an der DHBW für ein duales Masterstudium interessiert. Mein Studium war für mich von Beginn an ein sehr interdisziplinäres Studium und hat viele Bereiche behandelt. Durch den Managementanteil im Bachelorstudium war mir auch relativ schnell klar, dass ein potentielles Masterstudium in Richtung Management gehen muss. Zu meinen vielfältigen Tätigkeiten, die ich innerhalb der engineering people GmbH habe, hat der M.Sc. in International Management an der SIBE sehr gut gepasst und mir ein noch breiteres Wissen vermittelt.
Zu meinem Studienplatz bin ich schlussendlich auch über meinen Direkteinstieg bei ep gekommen. Schon in der Bewerbungsphase bei der SIBE musste ich feststellen, dass viele Unternehmen oftmals keinen Mehrwert durch die Einstellung von Sozial- und Geisteswissenschaftlern sehen. Doch gerade diese sind für Tätigkeiten im Management geeignet, da sie viele Themen kennenlernen und sich ein breites Wissen aneignen.
Auch bei ep musste ich zunächst für das Studium kämpfen und Überzeugungsarbeit leisten. Diese war erfolgreich und ich konnte im September 2015 mit meinem Studium starten. Meine Aufgaben haben sich seit dem stark verändert. Themen wie die Prozessverantwortung für den Prozess Recruiting oder die Einführung einer neuen Recruitingsoftware wurden von mir übernommen. Ende 2016 wechselte ich dann komplett den Aufgabenbereich vom Recruiting ins Account Management und bin seit Mai 2017 als Teamleiter für 16 Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter zuständig.

Inwiefern profitiert Ihr Unternehmen davon, sich nicht für einen klassischen BWLer, sondern für Sie als Sozialwissenschaftler entschieden zu haben?

ep hat mit mir als Sozialwissenschaftler einen Mitarbeiter bekommen, der breit aufgestellt ist und sich schnell in unterschiedliche Bereiche einarbeiten kann. Alle Themen, bei denen es um Menschen geht (und das sind mehr oder weniger alle), sind Themen, auf die ein Sozialwissenschaftler gut eingehen kann, denn das war schließlich das Hauptaugenmerk des Studiums. Der Hintergrund des Sozialwissenschaftlers in Kombination mit dem Studium an der SIBE ist eine Möglichkeit einen Mitarbeiter so zu fördern und zu entwickeln, wie es die Unternehmensstrukturen, die Arbeitsweise etc. erfordern.

Welche Berufsbilder gibt es für Sozialwissenschaftler?

Sozialwissenschaftler können sich in vielen Bereichen wiederfinden, alles rund um HR ist für sie in der Regel problemlos möglich. Darauf muss man sich als Unternehmen nur einlassen. Auch alle anderen Bereiche, die nahe an den Mitarbeitern oder Kunden dran sind, sind gute Einsatzmöglichkeiten so wie zum Beispiel Chance Management, (Personal-)Marketing oder ähnliche Bereiche.

Inwieweit unterstützt Sie das Studium an der SIBE bei Ihrem Projekt? Wo liegt der Mehrwert für Sie und für Ihr Unternehmen?

Besonders Spaß hat mir die Schnittstellenarbeit und die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Fachbereichen bei uns intern sowie mit den Hochschulen gemacht. Toll finde ich die Möglichkeit mich durch das Studium beruflich und persönlich zu entwickeln, sowie die meistens sehr nah an der praktischen Arbeit liegenden theoretischen Inhalte. Für mich bietet das SIBE-Studium dadurch die beinahe einzigartige Möglichkeit mich über zwei Jahre hinweg intensiv mit meinem Projekt, den Strukturen im Unternehmen und der Arbeitsweise zu beschäftigen und gleichzeitig immer einen konkreten Bezug zu den dazugehörenden Theorien zu haben. Das sorgt dafür, dass ich selbst die Inhalte besser verstehen und Sie direkt anwenden kann. Auf der anderen Seite hat das Unternehmen durch einen SIBE Studenten einen Mitarbeiter, der immer am Puls der Zeit ist und die aktuellen Studieninhalte auf das Unternehmen projizieren kann und deshalb Prozesse und Arbeitsweisen den heutigen Gegebenheiten anpasst. Im konkreten Fall bei ep bieten die zwei Jahre natürlich auch die Möglichkeit mich als Mitarbeiter sehr gut kennen zu lernen und zu prüfen, ob ich für die geplanten Aufgaben in der Zukunft das richtige Handwerkszeug gelernt habe und dieses im Unternehmen richtig anwenden kann. In diesen zwei Jahren kann man auch zeigen, ob man das nötige Engagement mitbringt und sich mit dem Unternehmen identifiziert, um in der Zukunft Führungsaufgaben übernehmen zu können.

Würden Sie das Studium anderen Sozial- und Geisteswissenschaftlern empfehlen? Wenn ja, warum?

Das Studium an der SIBE kann ich guten Gewissens an Studentinnen und Studenten der Sozial- und Geisteswissenschaften weiter empfehlen. Dafür gibt es einige Gründe, die sich wahrscheinlich auch schon aus meinen Ausführungen heraus lesen lassen. Viele Industrieunternehmen haben Vorurteile gegenüber Absolventen aus den Sozial- und Geisteswissenschaften, mit einem SIBE Management Master lassen sich diese Vorurteile schnell abbauen. Das SIBE Studium bereitet auch Sozial- und Geisteswissenschaftler perfekt auf einen Einstieg in der Industrie vor. Die große Vielfalt an Themen, die zur Auswahl stehen, zeigen viele Facetten eines Unternehmens und die tatsächlich bearbeiteten Inhalte spiegeln die Aufgaben von unterschiedlichsten Bereichen wieder. Durch eine Kombination der Sozialwissenschaften im Bachelor und mit dem Management Studium im Master bieten sich viele Möglichkeiten. Besonders bereichsübergreifende Aufgaben, Schnittstellen- oder Projekttätigkeiten sind ideale Möglichkeiten, um viele der eigenen Kompetenzen einzubringen. Nicht selten bietet sich außerdem die Möglichkeit mit eben dieser Kombination eine Führungsaufgabe in unterschiedlichen Bereichen zu übernehmen.

Wo sehen Sie Ihren weiteren beruflichen Werdegang?

Momentan geht es in erster Linie darum meine neue Position als Teamleiter zu festigen und mich in die vielseitigen Aufgaben, die sich mir stellen, einzuarbeiten. Nach dem Ende meines Studiums im August 2017 werde ich auf jeden Fall bei engineering people bleiben und versuchen mich optimal ins Unternehmen einzubringen. Was in ein paar Jahren bei ep oder in einem anderen Unternehmen im Mittelstand passiert, steht heute noch in den Sternen.