„Studium bietet die Möglichkeit, direkt Arbeitserfahrung zu sammeln und in neue Bereiche einzutauchen.“

7. August 2017
Im Gespräch mit SIBE-Studentin Magdalena Helpa - Projektgebendes Unternehmen während des Studiums: SIBE GmbH, Programm: M.Sc. in International Management

Erststudium: Musik & Kulturmanagement
Kurs: SMM156
Abschlussjahr: 2017


Können Sie zu Beginn kurz erzählen, in welchem Unternehmen Sie derzeit arbeiten? Wann haben Sie dort angefangen und was sind Ihre Aufgaben?

Ich arbeite seit September 2015 an der SIBE. Ich studiere dort zugleich im M.Sc. in International Management. Ich arbeite im Fakultätsmanagement und bin die Ansprechpartnerin für unsere Dozenten bei der Seminargestaltung, und ich wirke an der Weiterentwicklung des Studiengans mit. Meine Arbeit beinhaltet auch die Auswahl, Einarbeitung und Betreuung unserer Dozenten sowie Briefings und Feedbackgespräche. Ich bereite außerdem die Fakultätstagung und andere Tagungen der SIBE mit vor.

Im Erststudium haben Sie Musik mit dem Hauptinstrument Bratsche studiert. Wie kam es, dass Sie sich mit diesem Hintergrund für ein berufsintegriertes Management-Studium an der SIBE entschieden haben?

Ich habe jahrelang an der Hochschule für Musik in Posen (Polen) und Hannover studiert.
Während des Studiums habe ich mich entschieden, dass ich mich nicht lebenslang als Orchestermusikerin sehe und habe deswegen einen Master in Kulturmanagement zusätzlich an der Hochschule Bremen absolviert – dabei geht es um das Management von Kultureinrichtungen wie Museen, Theatern, Kunstvereinen … Das war mein erster Berührungspunkt mit dem Thema Management. Ich wollte gerne weiter in diese Richtung gehen, aber nicht unbedingt im Kulturbereich bleiben, sondern in die Wirtschaft gehen. Ich habe dann eine Stelle gesucht, die mir das ermöglicht. So bin ich über eine Stellenausschreibung auf das Angebot der SIBE aufmerksam geworden.

Inwiefern profitiert Ihr Unternehmen davon, sich nicht für einen klassischen BWLer, sondern für Sie als Bratschistin entschieden zu haben?

Die SIBE schätzt Bewerber mit einem nicht-wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund, weil man in anderen Bereichen Erfahrungen sammelt, die sehr hilfreich sein können – man denkt „out of the box“ und hat schon mal über den Tellerrand geschaut. Ich habe schon ganz unterschiedliche Erfahrungen gesammelt, hatte als Musikerin schon mit vielen unterschiedlichen Leuten zu tun. Das hilft bei meiner Arbeit, denn auch die Dozenten sind alle sehr unterschiedlich. Man muss zu jeder Person einen anderen Zugang finden und muss mit jedem auf seine Weise kommunizieren. Ich brauche eine Anpassungsfähigkeit und Flexibilität, die ich in internationalen Projekten und mit unterschiedlichen Leuten erworben habe.

Welche Berufsbilder gibt es für klassische Musiker?

Musiker sind daran gewöhnt, aufzutreten und auf der Bühne zu stehen. Dazu ist es erforderlich, diszipliniert zu arbeiten und gut mit Stress umgehen zu können. Auf der Bühne zu stehen muss man sich voll und ganz auf seine Aufgabe konzentrieren.
Als klassischer Musiker kann man im Orchester festangestellt sein oder  man ist freiberuflich und spielt in unterschiedlichen Orchestern oder Ensembles. Man kann auch Lehrer an der Musikschule werden. Musiker, die aus der Musikbranche rausgehen, arbeiten öfters im Bereich Kultur. Außerhalb dieser Branche kann man das nicht genau sagen – ich kenne keine Bereiche, wo es besonders viele Musiker gibt.

Was macht Ihnen an Ihrem Projekt besonders viel Spaß? Wo liegen Herausforderungen?

Spaß machen mir die Experteninterviews, die ich für das Projekt mit den Dozenten führe. Dabei kann ich die Dozenten gut kennenlernen. Das hilft, Vertrauen aufzubauen und die Zusammenarbeit mit den Dozenten zu verbessern. Es ist eine Herausforderung, sich einen Prozess für die Einarbeitung von Dozenten zu überlegen, der für alle passt, obwohl die Dozenten alle so unterschiedlich sind.

Inwieweit unterstützt Sie das Studium an der SIBE bei Ihrem Projekt? Wo liegt der Mehrwert für Sie und für Ihr Unternehmen?

Die Seminare helfen dabei, jeden Projektschritt zu durchdenken und auch tatsächlich umzusetzen. Der Aufbau des Projekts ist durch die Projektplanung, Analysen und Strategien einfacher. Die Dozenten sind hilfreiche Berater im Projekt, und davon profitiert auch das Unternehmen.

Würden Sie das Studium anderen Sozial- und Geisteswissenschaftlern empfehlen? Wenn ja, warum?

Ja, ich würde das Musikern empfehlen, die überlegen sich weiterzuqualifizieren und in die Wirtschaft oder das Management zu gehen. Das Studium bietet einem zusätzlich die Möglichkeit, direkt Arbeitserfahrung zu sammeln und in einen anderen Bereich einzutauchen.

Wo sehen Sie Ihren weiteren beruflichen Werdegang?

Ich möchte weiterhin gerne mit Leuten zusammenarbeiten und mit Menschen kommunizieren. In fernerer Zukunft kann ich mir vorstellen, die Möglichkeiten der Musik im Management-Bereich einzusetzen. Zum Beispiel gibt es Angebote zur Führungskräfteentwicklung, in denen Manager die Führungserfahrung machen können als Dirigent vor einem Orchester zu stehen und dieses auch zu leiten. Das selbst anzubieten wäre eine innovative Art der Personalentwicklung!