„Theoretisches Wissen alleine reicht nicht aus, um einen guten Job zu machen!“

2. August 2018
Im Gespräch mit SIBE-Studentin Marisa Weis - Projektgebendes Unternehmen während des Studiums: Carl Zeiss AG, Programm: M.Sc. in International Management

Marisa Weis entschied sich nach Ihrem Bachelorabschluss im Bereich Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Tourismus, Hotellerie und Gastronomie für das berufsintegrierte Masterstudium an der SIBE, in Kooperation mit der Carl Zeiss AG.

Erststudium: Betriebswirtschaftslehre - Tourismus, Hotellerie und Gastronomie
Kurs: SMM168
Abschlussjahr: 2019


Liebe Frau Weis, können Sie zu Beginn kurz erzählen, in welchem Unternehmen Sie derzeit arbeiten? Wann haben Sie dort angefangen und was sind Ihre Aufgaben?

Ich arbeite seit dem 01. Juli 2017 bei der Carl Zeiss AG in Oberkochen in der Konzernfunktion Personal (Corporate Human Resources). Meine Abteilung ist als Projektteam für HR Communication und Employer Attractiveness zuständig. Unsere Aufgabe ist es, verschiedene HR-Themen zu konzipieren und anschließend zu implementieren und auszurollen. Zu meinen persönlichen Themenschwerpunktthemen innerhalb des Teams gehören: Diversity Management, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und allgemeine Themen rund um Arbeitgeberattraktivität.

 

Wie kam es, dass Sie sich für die Kombination aus Vollzeittätigkeit und berufsintegriertem Studium entschieden haben?

Da ich bereits mein Erststudium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Tourismus, Hotellerie und Gastronomie dual absolviert habe, war diese Entscheidung für mich naheliegend. Meiner Meinung nach schafft der Transfergedanke aus theoretisch erlerntem Wissen mit konkreter Anwendung in Projekten höchsten Output und ein duales Studium verfolgt immer das Ziel, die Synergien beider Bereiche zu nutzen. Darüber hinaus bin ich persönlich der Meinung, dass theoretisches Wissen alleine nicht ausreicht, um einen guten Job zu machen! Dafür ist eine Kombination aus Wissen, Methodenkompetenz und persönlicher Erfahrung notwendig.

 

Was hat Ihnen in Ihrem Studium bisher am besten gefallen? Wie bewerten Sie das Studium bis zu diesem Zeitpunkt? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Es sind vor allem die Dozenten, die zum Großteil aus der freien Wirtschaft kommen, denen ich viel abgewinnen kann. Mit ihrer Expertise und den zwischenmenschlichen, persönlichen Erfahrungen, sowie Denkstrukturen und Herangehensweisen an komplexe Sachverhalte, machen sie die Theorie greifbarer und sensibilisieren für die eigenen Projekte.

Das Studium ist sehr breit aufgestellt, sodass ein Jeder schnell einen Überblick über alle relevanten Managementthemen erhält. Der Gedanke der Kompetenzentwicklung, welcher von Beginn an im Studium eine sehr starke Rolle einnimmt, ist für die persönliche Weiterentwicklung sehr wichtig und hilft, sich selbst intensiv zu reflektieren. Aus diesen Gründen kann ich sagen, dass meine Erwartungen an das Studium an der SIBE durchaus erfüllt wurden.

 

Wie wichtig ist Ihnen während des Studiums die Bildung eines beruflichen Netzwerks?

Sehr wichtig! Der Aufbau eines guten Netzwerks ist in der heutigen Zeit das A und O für jedermann. Spezialist in allen Bereichen zu sein ist kaum möglich. Das macht es umso wichtiger, Kontakte zu pflegen und sich ein breites Netzwerk aufzubauen. Weiterführend eröffnet ein breites Netzwerk einem selbst neue Perspektiven und Erfahrungswerte, die dabei helfen, aus dem klassischen eingeschränkten Silodenken auszubrechen.

 

Wie beurteilen Sie das Konzept des Experience Based Curriculum? Worin liegt der Mehrwert für Sie und Ihr Unternehmen?

Das Prinzip des Projekt-Kompetenz-Studiums stellt für mich und mein projektgebendes Unternehmen ein perfektes Zusammenspiel von Theorie, Umsetzung und Reflexion dar. Der notwendige theoretische Teil wird in den Seminaren erarbeitet, anschließend im Unternehmen angewendet und durch entsprechende Studien- und Projektarbeiten reflektiert. Gemeinsam mit meiner Business Mentorin und einem Dozenten der SIBE wird dieser Prozess abschließend ausgewertet.

Beschreiben Sie bitte kurz Ihr vergangenes und Ihr aktuelles Projekt:

Mein vergangenes erstes Projekt behandelte das Thema Kommunikation der Corporate Benefits als Mittel zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Hier ging es um die strategische Entwicklung und Umsetzungsplanung eines entsprechenden Kommunikationskonzepts für die bereits im Unternehmen implementierten Corporate Benefits.

In meinem aktuellen Projekt dreht sich alles um den strategischen Aufbau eines internationalen Diversity Managements mit Implementationsplanung. Hintergrund ist, dass ZEISS als globaler Technologiekonzern und Portfoliounternehmen sehr innovationsgetrieben ist und auf Trends schnell und agil reagieren muss.

Die Bedeutung von Diversity Management hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Demografischer Wandel, Migrationsprozesse, Fachkräftemangel und Globalisierung der Wirtschaft, fortschreitende Internationalisierung und Digitalisierung tragen zu dieser Entwicklung bei. Vielfalt ist heute nicht nur eine gesellschaftspolitische Verpflichtung, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit und bietet für ZEISS ein großes Potenzial.

 

Was macht Ihnen an Ihrem Projekt besonders viel Spaß? Wo liegen Herausforderungen?

Den größten Spaßfaktor stellt klar die VIELFALT des Projektes und meiner Arbeit dar! Im Kern geht es bei Diversity um die Persönlichkeit und das Potenzial im Individuum. Es gibt sehr viele spannende Einzelprojekte im Gesamtkontext Diversity, die einem die Vielfalt im Unternehmen, in den Produkten und Menschen widerspiegeln. Die Herausforderung liegt darin, eine Gesamtstrategie für die ZEISS Group auszuarbeiten und die Transparenz darüber zu verschaffen, ohne länderspezifische und örtliche Gegebenheiten auszuklammern.

 

Was haben Sie durch Ihr Projekt bisher lernen können?

Ein großer Punkt, den ich im Rahmen meines Projektes gelernt habe ist die Tatsache, dass es nicht DIE EINE perfekte Lösung gibt. Projekte sollen und müssen regelmäßig auf den Prüfstand gestellt und wenn nötig angepasst werden. Mein Projekt hat mir darüber hinaus die Türen zu vielen spannenden Persönlichkeiten geöffnet und begeistert mich jeden Tag aufs Neue.

 

Haben Sie Tipps für Personen, die über eine Bewerbung an der SIBE nachdenken?

 

  1. Hör auf Deine innere Stimme und finde heraus, wofür Du brennst. Denn dieses Feuer ist das, was einen antreibt und erfolgreich macht!
  2. Bleib immer neugierig und offen!