„Vorangebracht hat mich vor allem der Kontakt zu vielen und unterschiedlichen Personen!“

11. Dezember 2019
Im Gespräch mit SIBE-Alumna Annkathrin Ahn - Projektgebendes Unternehmen während des Studiums: Mercedes-AMG GmbH, Programm: M.Sc. in International Management

Nach dem Abschluss ihres Bachelorstudiums im Fach Maschinenbau mit der Vertiefung in Fahrzeug-System-Engineering entschied sich Annkathrin Ahn für das Masterstudium an der SIBE. In Kooperation mit der Mercedes-AMG GmbH schloss sie das Studium im September 2019 ab.

Erststudium: Maschinenbau (Fahrzeug-System-Engineering)
Kurs: SMM170
Abschlussjahr: 2019


Liebe Frau Ahn, in welchem Unternehmen sind Sie jetzt, nach Abschluss Ihres Studiums, tätig? Was sind Ihre Aufgaben und was ist Ihr wichtigstes Projekt derzeit?

Ich bin weiterhin bei der Mercedes-AMG GmbH tätig. Hier wurde ich nach dem Studium, in einem anderen Bereich, übernommen. Zu meinen gegenwärtigen Hauptaufgaben gehört die Typbegleitung für Hochvolt-Batterien. Das bedeutet, ich koordiniere die Aufbauten von Entwicklungsbatterien in der Entwicklungswerkstatt und stelle sicher, dass genug Batterien bereitgestellt werden können, um unterschiedliche Erprobungen durchzuführen. Diese Batterien sind Teil der zukünftigen Hybridfahrzeuge der Mercedes-AMG GmbH.

Darüber hinaus bin ich auch in das Testing der Batterien eingebunden. Ich führe also selbst Tests durch, aus denen Erkenntnisse über Batterien gesammelt werden können. In dem Team von Testingenieuren biete ich Unterstützung für meine Kollegen, um diese zu entlasten.

 

Was haben Sie im Erststudium studiert? Warum haben Sie sich nach Ihrem Erststudium für ein Masterstudium an der SIBE entschieden?

Vor der SIBE habe ich Maschinenbau mit der Vertiefung Fahrzeug-System-Engineering studiert. Mein Erststudium war bereits dual und auch in diesem Rahmen habe ich bei AMG gearbeitet. Ein Jahr vor Abschluss des Studiums habe ich dann angefangen mir Gedanken darüberzumachen, wie es weitergehen soll. Für mich war damals schon klar, dass ich auf jeden Fall ein Masterstudium machen möchte, um mich weiterzubilden. Im Gespräch mit meinem Vorgesetzten wurde mir dann das SIBE-Studium angeboten. Da ich eine Person bin, die gerne koordinative Aufgaben übernimmt hätte mir ein Masterstudium im Maschinenbau nur bedingt etwas gebracht. Management- und Projektmethoden erschienen mir wichtiger, weshalb ich in diesen Bereich mehr investieren wollte. Das SIBE-Studium bot mir hier eine sehr gute Möglichkeit.

 

Was haben Sie in den zwei Jahren bei Ihrem Unternehmen gemacht? Inwiefern hat Sie dies weitergebracht?

In den letzten zwei Jahren habe ich hauptsächlich mein Projekt betreut. In diesem Rahmen habe ich für AMG ein IT-System der Daimler AG implementiert. Das war ein Kooperationsprojekt zwischen Mitarbeitern von AMG und Daimler, in dem wir geprüft haben, wie das bestehende Daimler-IT-System für AMG übernommen werden kann, welche Änderungen durchgeführt werden müssen und wie der Prozess rund um das System auszusehen hat. Die Änderungen waren notwendig, weil AMG deutlich kleiner ist als Daimler und sich die Arbeitsweisen daher, zum Teil deutlich, unterscheiden.

Über das Projekt hinaus war ich im Änderungsmanagement tätig. Bei der Fahrzeugentwicklung müssen ab einem bestimmten Zeitpunkt alle getätigten Änderungen an Bauteilen nachverfolgt werden. Diese Änderungen werden mithilfe eines Systems gesammelt, in dem Änderungsmanager tätig sind. Ich habe innerhalb dieses Systems also geschaut, dass die Änderungen verständlich formuliert sind, Vorgaben eingehalten werden und das generell alles passt, damit die Entwicklung reibungslos weitergehen kann.

Persönlich vorangebracht hat mich vor allem der Kontakt zu vielen und unterschiedlichen Personen. Über die Arbeit bin ich offener und direkter geworden und habe gelernt mich durchzusetzen. Fachlich haben mich vor allem die unterschiedlichen Projektmanagement-Methoden aus dem Studium und deren Anwendung auf mein  Projekt weitergebracht. Mithilfe dieser konnte ich mein Projekt erfolgreich auf den Weg bringen.

 

Inwiefern profitieren Sie nach wie vor von dem Studienmodell der SIBE, dem „Experience Based Curriculum“? Und wem würden Sie ein solches Studium besonders empfehlen?

Während der zwei Jahre habe ich vor allem davon profitiert, dass ich die theoretischen Inhalte sofort in der Praxis umsetzen konnte. Natürlich ging dies mal mehr und mal weniger. Nicht alles kann immer eins zu eins auf das Projekt oder die tägliche Arbeit übertragen werden.

Heute profitiere ich noch immer von dem Netzwerk, das ich mir in den letzten Jahren, im Rahmen des Studiums, aufgebaut habe. Außerdem kenne ich im Unternehmen die Strukturen und die Arbeitsweise. Ich muss mich nicht mehr um das drum herum kümmern, sondern ich kann mich wirklich auf den Inhalt konzentrieren. So bin ich auch sehr schnell in meine Aufgabe nach dem Studium hereingekommen.

Eigentlich würde ich das Studium jedem empfehlen, zumindest allen dualen Bachelor-Studierenden. Alles Weitere kann ich nicht beurteilen, dadurch, dass ich nie „regulär“ studiert habe.

 

Wie wichtig war und ist Ihr berufliches Netzwerk für Sie? Besteht Ihr Kontakt zur Hochschule oder einzelnen Kommilitonen noch?

Mein Netzwerk ist mir auf jeden Fall extrem wichtig. Ohne Netzwerk ist es sehr schwierig einen Job zu finden, bzw. schwieriger, denke ich. Das Netzwerk ist außerdem wichtig, um Informationen zu erhalten, die man sonst vielleicht nicht bekommen hätte. Ich hatte vor dem SIBE-Studium bereits SIBE-Studierende im Netzwerk, die mir zu Beginn helfen konnten und jetzt kann ich neuen Studierenden bei AMG helfen und meine Erfahrungen weitergeben. Das ganze Netzwerk-Thema ist ein Geben und Nehmen.

Zu meinen ehemaligen Kommilitonen habe ich teilweise noch Kontakt, natürlich auch zu denen, die bei AMG studiert haben und übernommen wurden.

 

Woran erinnern Sie sich besonders gerne, wenn Sie an Ihre Studienzeit an der SIBE zurückdenken?

Ich denke gerne an die Seminare zurück, in denen wir uns untereinander austauschen konnten und man auch mal andere Blickwinkel bekommen konnte. Es hat in unserem Kurs auch einfach immer Spaß gemacht. Das war enorm wichtig, um theoretische Teile der langen Seminartage, zu überstehen.

Was natürlich auch noch grandios war, war die Auslandsstudie in Brasilien. Sowohl, was wir dort in den Seminaren gelernt haben, als auch, wie die Inhalte vermittelt wurden, hat mich beeindruckt. Es herrschte eine extrem offene Atmosphäre, in der wir viel lernen konnten.

 

Gibt es etwas, das Sie den heutigen SIBE-Studierenden noch mit auf den Weg geben möchten?

Im Grunde würde ich sagen, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, wie viel er oder sie für sich mitnimmt. Es gibt immer Themen die man mehr und die man weniger anwenden kann. Nur sollte man sich immer wieder aufs Neue auf die Seminare einlassen und sich ein umfassendes Bild zu den unterschiedlichen Inhalten machen.