„Das SIBE-Studium liefert diverse Möglichkeiten, seine eigene Karriere anzukurbeln.“

18. März 2019
Im Gespräch mit SIBE-Alumnus Benedikt Reiger - Projektgebendes Unternehmen während des Studiums: Carl Zeiss AG, Programm: M.Sc. in International Management

Benedikt Reiger arbeitet seit September 2018 bei der AUDI AG. Im Vorfeld hat er erfolgreich sein SIBE-Studium bei der Carl Zeiss AG absolviert.
Erststudium: Internationale Betriebswirtschaft
Kurs: SMM161
Abschlussjahr: 2018


Lieber Herr Reiger, Sie arbeiten derzeit im Bereich Steuerung Betriebs-/ Supportprozesse Car-IT. Was sind hier Ihre Aufgaben, bzw. was ist momentan Ihr wichtigstes Projekt, was kann man sich darunter vorstellen?

Ich arbeite seit September bei der AUDI AG in Ingolstadt und habe den Abschluss meines Master-Studiengangs in International Management genutzt, um mich einerseits neuen Herausforderungen zu stellen und andererseits mehr in Richtung von Themengebieten zu entwickeln, die mir persönlich große Freude bereiten – IT, Infotainment und Automobile. Mit dem Bereich Steuerung Betriebs-/ Supportprozesse Car-IT bei AUDI kann ich diese Vorlieben ideal miteinander verbinden. Mit einem Erstabschluss in Internationaler Betriebswirtschaft und dem Master in International Management bringe ich offensichtlich keine tiefgreifenden IT-Kenntnisse mit, weshalb ich langfristig in erster Linie das Vertragswesen, die Budgetsteuerung und diverse Ausschreibungen in unserem Bereich (mit)verantworte.

Aktuell befindet sich die Automobilindustrie in einer sehr interessanten Phase. Während IT in Automobilkonzernen lange Zeit stiefmütterlich behandelt wurde, stehen Infotainment-Dienste und allgemein Car-IT mittlerweile als zentrale Funktionen im Mittelpunkt von Automobilherstellern. Mit den steigenden Erwartungen bei Kunden und der hohen Dynamik im IT-Umfeld arbeiten wir als Team momentan unter anderem an verschiedensten Ausschreibungen, um ideale Partner an der Seite zu haben, die das geeignete Fachwissen und die notwendige Innovationskraft mit sich bringen, um den Betrieb der Infotainment Dienste in den Autos zu sichern.

Sie haben im Rahmen des Master-Studiums im HR-Bereich gearbeitet und sind nun nach dem Master-Studium im Automobilsektor im IT-Bereich tätig. Welche wertvollen Erfahrungen haben Sie in den unterschiedlichen Branchen und Bereichen gemacht?

Nach meinem BWL-Bachelorstudium konnte ich als Vorstandsassistent bei einem Software-Hersteller in Stuttgart wertvolle Erfahrungen sammeln. Im Mittelstand und insbesondere im Bereich der Softwareentwicklung herrscht eine enorme Dynamik. In dieser schnelllebigen Umgebung durfte ich verschiedenste Projekte leiten – von der Entwicklung und Erstellung von Finanzberichten bis hin zur Administration von Unternehmensaufkäufen. Diese Freiheit genießt man nach meiner Erfahrung in einem Konzern nur bedingt. Dennoch habe ich mich dazu entschieden bei der Carl Zeiss AG meinen berufsbegleitenden Master zu machen. Nach meiner Auffassung gibt es nur wenige Unternehmen, die ein so beeindruckendes und hochspezifisches Produktportfolio haben, welches auch einen wertvollen Beitrag in puncto Forschung und Technologie liefert – seien es Lithographie-Objektive, die zur Herstellung der leistungsfähigsten Mikrochips verwendet werden oder Medizintechnik, die zur Heilung von verschiedensten Krankheiten bei Millionen von Menschen jährlich beiträgt.

Im Rahmen meines Studiums konnte ich Maßnahmen und Programme zur Talentförderung im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) mitentwickeln. Dabei ist ein völlig neues Konzept (MINT 16+) entstanden, das jungen Erwachsenen in der Oberstufe als Orientierungshilfe den Weg in Richtung Naturwissenschaften ebnen soll. Im Personalbereich ist man klassischerweise weit entfernt vom Produkt und von dem tatsächlichen Business eines Technologieunternehmens tätig. Diese Distanz habe ich mit einem Jobwechsel überwinden können und muss feststellen, dass es sowohl in der Software-Branche, in der Automobilindustrie als auch in der Optik- und Optoelektronik-Branche viele Gemeinsamkeiten aber auch deutliche Unterschiede gibt. Größter Unterschied ist die Kultur in den jeweiligen Unternehmen, die sich unter anderem auch mit den Produkten des Unternehmens selbst weiterentwickelt hat. Große Gemeinsamkeiten sehe ich insbesondere bei dem Einsatz neuer (agiler) Arbeitsmethoden. Gefühlt ist in den vergangenen Jahren eine große Aufbruchsstimmung in deutschen Technologiekonzernen zu spüren. Megatrends wie Digitalisierung, Urbanisierung oder Gesundheit sind dabei natürlich Treiber, die jedes Unternehmen für sich in gewisser Hinsicht priorisiert.

Ihr Studium an der SIBE liegt noch gar nicht so lange zurück. Inwiefern profitieren Sie heute noch von Ihrem Master-Studium an der SIBE?

Nach meiner Auffassung ist Erfahrung sehr wichtig. Noch viel wichtiger sind allerdings die Möglichkeiten, die man hat. Aus diesen Möglichkeiten, abhängig von den Aktivitäten und Wünschen der Individuen, resultieren Karrieren. Das SIBE-Studium liefert diverse Möglichkeiten, seine eigene Karriere anzukurbeln. Dabei sind meiner Meinung nach zwei Faktoren von sehr großer Bedeutung: die fachliche und die persönliche Entwicklung. Im Studium selbst befasst man sich intensiv mit Kompetenzen und der persönlichen Weiterentwicklung. Dieser Teil des Studiums hat mich besonders positiv überrascht, weil ich mir eingangs nicht bewusst war, welche Rolle er im Studium einnimmt. In Form von Kompetenzentwicklung wird man in den zwei Jahren systematisch auf Problemstellungen vorbereitet und man erhält Hilfsmittel und Hilfestellungen an die Hand, die in meinen Augen für die Zukunft sehr wertvoll sind. Das Studium bietet also einen idealen Rahmen um sich selbst im beruflichen Kontext zu erfinden und an seinen eigenen Kompetenzen zu arbeiten und somit auch zu wachsen.

Im Rahmen des Studiums entwickelt man zudem ein Bewusstsein, welche Bedeutung ein persönliches Netzwerk haben kann. Allein hierdurch profitiert man durch Wissens- und Erfahrungsaustausch, aber auch durch Freundschaften und möglicherweise auch von Synergien. An meinem Werdegang wird deutlich, dass das SIBE-Studium auch genutzt werden kann, einen erfolgreichen Umstieg in eine andere Branche und ein anderes Berufsfeld zu schaffen.

Was sollten Ihrer Meinung nach moderne Führungskräfte aus dem Studium mitnehmen, um gut auf ihre Aufgaben vorbereitet zu sein?

Im Rahmen eines Studiums kann man denke ich nur bedingt auf eine so verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet werden. Dementsprechend halte ich es für sehr wichtig, dass man im Studium Grundlagen kennenlernt und möglichst Fähigkeiten zur Problemlösung entwickelt. Häufig haben Führungskräfte nicht die Zeit sich in Themen einzuarbeiten und müssen kurzfristig Entscheidungen treffen, weshalb Kompetenzen wie Entscheidungsfähigkeit, Problemlösungsfähigkeit aber auch analytisches Denken möglichst ausgeprägt sein sollten.

Der wesentliche Unterschied in der Führungslaufbahn, verglichen mit der Fachlaufbahn, ist allerdings der Umgang mit Mitarbeitern und deren Führung. Eine gute und moderne Führungskraft sollte meiner Meinung nach also ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten besitzen und durch Konfliktlösungsfähigkeit das „große Ganze“ im Auge behalten.

Woran erinnern Sie sich gerne, wenn Sie an Ihre Studienzeit an der SIBE zurückdenken?

Pauschal würde ich sagen erinnere ich mich sehr gerne an alle Präsenzveranstaltungen. Dieser monatliche Tapetenwechsel fehlt mir seither regelrecht. Besonders gefallen haben mir jedoch die beiden Seminare in Berlin – also das Finanzseminar bei Prof. Dr. Seebacher und die Kompetenzseminare u.a. bei Prof. Dr. Erpenbeck. Hier konnten wir mit besonders inspirierenden Persönlichkeiten zusammenarbeiten und uns verstärkt auch dem Thema Networking widmen.

Inwiefern haben Sie nach Ihrem Studienabschluss von den Kontakten, die Sie während Ihres SIBE-Studiums geknüpft haben, profitiert bzw. einen interessanten Austausch erlebt?

Seit Abschluss des Studiums, so lange ist das ja noch gar nicht her, habe ich insbesondere durch Freundschaften profitiert. Diese Phase direkt nach dem Studium ist glaube ich für alle ganz spannend – im Prinzip stürzt sich (fast) jeder auf neue Herausforderungen. Der Kontakt mit SIBE-Alumni ist dabei momentan eher ein Erfahrungsaustausch und eine Möglichkeit Informationen zu erhalten. Letztendlich weiß man aber genau, wen man potentiell für ein Coaching oder für Ratschläge ansprechen kann.