„Sozial- und Geisteswissenschaftlern, die ihre Zukunft in der Wirtschaft sehen, empfehle ich das Studium.“

3. Juli 2017
Im Gepräch mit der Studentin Tina Pleißner - Projektgebendes Unternehmen während des Studiums: Robert Bosch GmbH, Programm: M.Sc. in International Management

Erststudium: Erziehungswissenschaft
Kurs: SMM155
Abschlussjahr: 2017


Können Sie zu Beginn kurz erzählen, in welchem Unternehmen Sie derzeit arbeiten? Wann haben Sie dort angefangen und was sind Ihre Aufgaben?

Seit September 2015 arbeite ich im Zentralbereich Forschung und Vorausentwicklung der Robert Bosch GmbH in Renningen bei Stuttgart. Der Forschungscampus wurde im Oktober 2015 eröffnet und ist der Knotenpunkt des internationalen Forschungs- und Entwicklungsnetzwerkes von Bosch, mit 12 Standorten in 8 Ländern. Vorbild für den Standort ist ein universitärer Campus, in dem technische und wissenschaftliche Disziplinen in unterschiedlichen „Fakultäten“ vereint sind. In meiner Abteilung für interne Kommunikation und Organisationentwicklung koordiniere ich die weltweite Mitarbeiterbefragung für den Forschungsbereich, plane Managementveranstaltungen und bin für die Foyer-Ausstellung am Standort zuständig.

Im Erststudium haben Sie Erziehungswissenschaft studiert. Wie kam es, dass Sie sich mit diesem Hintergrund für ein berufsintegriertes Management-Studium an der SIBE entschieden haben?

Für mich war schon zu Beginn meines Bachelorstudiums klar, dass ich später einmal in die Wirtschaft gehen möchte, weshalb mir die enge Verzahnung von Theorie und Praxis sehr wichtig war. Deshalb habe ich neben dem Studium als Werksstudent und Praktikant im Personalbereich bei unterschiedlichen Unternehmen Erfahrungen gesammelt. Studium und Arbeiten liefen jedoch parallel nebeneinander. Außerdem hat mir im Studium der betriebswirtschaftliche Anteil gefehlt. Nach dem Bachelor wollte ich mich gerne mit einem Master weiterqualifizieren, jedoch mit stärkerer Verknüpfung zum Berufsleben. Ich wollte so auch die Chance nutzen, einen „Fuß in die Tür“ eines Unternehmens zu bekommen. So bin ich schnell auf die SIBE aufmerksam geworden, bei der mit einem zweijährigen Projekt die Theorie und die Praxis Hand in Hand laufen. Besonders das Projektmanagement und die betriebswirtschaftlichen Inhalte haben mich sehr interessiert.

Inwiefern profitiert Ihr Unternehmen davon, sich nicht für einen klassischen BWLer, sondern für Sie als Erziehungswissenschaftlerin entschieden zu haben?

Als Erziehungswissenschaftlerin habe ich eine Ausbildung in den Bereichen Pädagogik, Psychologie und Soziologie. Somit stand in meinem Studium der Mensch im Vordergrund. Außerdem habe ich mich schwerpunktmäßig auf den Bereich Personal- und Organisationsentwicklung fokussiert und somit zusätzlich ein Wissen über Personalarbeit erlangt. BWLer sind sehr gut, wenn es um Zahlen geht. Besonders im Change/Organisationsentwicklungs-Bereich steht jedoch der Umgang mit Menschen im Vordergrund.

Welche Berufsbilder sehen Sie für Erziehungswissenschaftler in der Wirtschaft?

Erziehungswissenschaftler haben in der Wirtschaft vielfältige Möglichkeiten, da sie breit aufgestellt sind und die Arbeit mit Menschen (fast) immer eine Rolle in verschiedenen Aufgabenbereichen spielt. Einsatzfelder sind beispielsweise im HR-Bereich, als Coach, Trainer, Berater, Change Manager, in der Kulturentwicklung, Personal- und Organisationsentwicklung oder im Kommunikationsbereich.

Was macht Ihnen an Ihrem Projekt besonders viel Spaß? Wo liegen die Herausforderungen?

Die Mitarbeiterbefragung bei Bosch ist international aufgestellt, und genau das macht mir Spaß: die internationale Arbeit mit Menschen verschiedener Kulturen. Besonders spannend ist dabei auch mein Arbeitsumfeld: Forscher, die für Bosch Technologien von morgen entwickeln… Dieses innovative und kreative Umfeld bei Bosch, gepaart mit hochmodernen Arbeitsbedingungen, hat mich von Anfang an begeistert. Nicht nur die Befragung an sich, sondern auch die Unterstützungsprozesse drumherum sind herausfordernd: zielgerichtete Kommunikation, Trainings im Umgang mit den Ergebnissen und vor allem der Folgeprozess, in dem es darum geht, sinnvolle Maßnahme innerhalb der Teams zu entwickeln. Hier unterstütze ich als Moderator oder einfach als „offenes Ohr“. Es gibt in dieser Phase keine Patentrezepte, da hinter jedem Ergebnis eine andere Ursache steckt. Das macht es so herausfordernd.

Inwieweit unterstützt Sie das Studium an der SIBE bei Ihrem Projekt? Wo liegt der Mehrwert für Sie und für Ihr Unternehmen?

Das SIBE-Studium unterstützt mich in vielerlei Hinsicht. Von Beginn an haben mir die Projektmanagementinhalte geholfen, meine Projektaufgaben zu strukturieren. Zudem helfen mir die Inhalte aus meinem Wahlpflichtfach Change Management: die Kommunikation in Veränderungsprozessen oder das Verhalten von Menschen während des Change Prozesses.

Würden Sie das Studium anderen Sozial- und Geisteswissenschaftlern weiterempfehlen?

Sozial- und Geisteswissenschaftlern, die ihre Zukunft in der Wirtschaft sehen, empfehle ich das Studium. Es ist eine super Chance, einen ersten Berufseinstieg zu realisieren und ein zweijähriges Projekt umzusetzen. Die generalistischen Inhalte aus Projektmanagement und Betriebswirtschaft sind eine tolle Ergänzung für einen Sozial- oder Geisteswissenschaftler und bieten in dieser Kombination einen sehr interessanten Lebenslauf. Außerdem lernt man vor allem viel über seine eigenen Kompetenzen und ein gutes Zeitmanagement 😉

Wo sehen Sie Ihren weiteren beruflichen Werdegang?

Das Begleiten von Veränderungsprozessen in Kombination mit Kommunikation ist für mich ein sehr interessantes Berufsfeld, in dem ich mich zukünftig auch gerne weiterentwickeln möchte.